LAURA MARS GALLERY + FANTÔME
VERLAG präsentieren:
MAARTEN JANSSEN
50 CENT
+
ALEKOS HOFSTETTER
TANNHÄUSER TOR II
9. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018
LAURA MARS GALLERY
Bülowstraße 52
10783 Berlin
www.lauramars.de
Öffnungszeiten: Mi-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-17 Uhr
Pressemitteilung
Eines Tages befand ich mich auf der Plattform eines violetten
Autobusses. Ein recht lächerlicher junger Mann stand dort: indigofarbener
Hals, Kordel am Hut. Plötzlich verwahrte er sich gegen einen blauen
Herrn. Vor allem wirft er ihm mit grüner Stimme vor, ihn jedes Mal,
wenn Leute aussteigen, anzustoßen. Nachdem er das gesagt hat, stürzt
er sich auf einen gelben Platz, um sich dort hinzusetzen. Zwei Stunden
später begegne ich ihm vor einem orangenen Bahnhof. Er ist in Begleitung
eines Freundes, der ihm rät, sich noch einen Knopf an seinem roten
Überzieher anbringen zu lassen. (aus: Raymond Queneau - Stilübungen
#10: Regenbogen)
Der niederländische Künstler Maarten Janssen wird
anlässlich der Ausstellung 50 cent die fünfteilige Serie „alfabetagammadelta“
erstmalig präsentieren. Ausgehend von einer alphabetischen Farbsortierung
einsilbiger Farbnamen im Niederländischen: blauw bruin geel grijs
groen paars rood wit zwart (blau braun gelb grau grün violett rot
weiss schwarz) verändert er die Farbanordnung der folgenden Bilder
durch Auslosung und lässt so immer neue Zuordnungen und Verbindungen
entstehen.
Der Katalog „50 cent“ ist im Fantôme
Verlag mit einem Text von Gerard Marlet (Hrsg.) erschienen.
Thema des Werkblocks TANNHÄUSER TOR von Alekos
Hofstetter ist das Verhältnis von Raum, Zeit und Distanz
und im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit den sich im Wandel
der Zeit verändernden Perspektiven auf die Nachkriegsmoderne und
ihre Architektur. Das Verschwinden der Moderne aus unserer Umwelt hat
Folgen, denn mit diesem Verschwinden löst sich ihr einstiges utopisches
Versprechen auf. In den teilweise gemeinschaftlich mit dem Dresdener Künstler
Florian Göpfert geschaffenen Zeichnungen und Gemälden wird ein
neues Verhältnis von Architektur und Landschaft konstruiert. Und
es ist diese Konstruktion eines utopischen Kontexts, einer „neuen
Heimat”, welche eine Distanz sichtbar macht. Die Architektur, die
uns von Alekos Hofstetter in seinen Werken gezeigt wird, ist befreit von
jeder Funktionalität und scheint nur in entrückter Ferne sein
zu können.
Der Katalog „Tannhäuser Tor II“ ist im Fantôme
Verlag mit Texten von Daniel H. Wild (Hrsg.) und
Holm Friebe erschienen.
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Bildvortrag im Rahmen der Ausstellung:
Bildvortrag von ALEXANDER NEGRELLI
"Reg´dich ab, Moderne, deine Beine sind ok."
Samstag, 16.12.2017 um 19 Uhr
Der Begriff der Moderne – in diesem Falle der Nachkriegsmoderne
mit Fokus auf Architektur und Design – scheint zur Genüge analysiert.
Im Spannungsfeld zwischen historisch abgeschlossener Musealisierung und
flächendeckender Sättigung à la Ikea bleibt der Begriff
jedoch nach wie vor äußerst dynamisch. Vor allem der nahtlose
Übergang der Formsprache ins Digitale wirft neue Fragen auf. Hat
uns die binäre Moderne etwas grundsätzlich Neues zu bieten oder
ist sie nur die Fortsetzung der Gestaltungspolitik mit anderen Mitteln?
Anhand verschiedener visueller Beispiele soll der Abend sich dem Thema
annähern und eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation wagen.
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Alexander Negrelli, *1968 in Mannheim
Studium der Visuellen Kommunikation in Brüssel. Tätig als Gestalter,
Autor und Dozent in Berlin und Heidelberg, forscht zu Fragen der zeitgenössischen
visuellen Kultur.
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