JORN EBNER, BETTINA MUNK, CARSTEN SIEVERS
nekton II



19. November - 17. Dezember 2016
13. - 28. Januar 2017

Empfang und Neujahrskonzert "Falsches Radio" live mit Jorn Ebner
am 13.01.2017 um 20 Uhr, Beginn Konzert: 21 Uhr
Für den Live-Auftritt wird Jorn Ebner die gleichnamige Suite „Falsches Radio“ (2010) von 6 Stücken für
Weißes Rauschen, Geräuschgenerator und Wohnung als improvisierte Noise-Performance neu interpretieren.

 
LAURA MARS GALLERY

Bülowstraße 52
10783 Berlin
www.lauramars.de
Öffnungszeiten: Mi-Fr 13-19 Uhr, Sa 13-17 Uhr



Pressemitteilung

Wir laden Sie hiermit herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung nekton II mit Arbeiten von Jorn Ebner, Bettina Munk und Carsten Sievers  in der Laura Mars Gallery. Die Gruppenausstellung nekton II vereint erstmalig den zeichnerischen Kosmos der in Berlin lebenden Künstler Jorn Ebner, Bettina Munk und Carsten Sievers.

Jorn Ebners Inspiration für  seine hier gezeigten grossformatigen Bunt- und Bleistift - Zeichnungen war John Lennons Musik sowie dessen Ermordung, die enorme Auswirkungen auf Ebner in Teenagertagen hatte. In den sehr detailliert aufgebauten Arbeiten „8 12 1980 (John)” und „8 12 1980 (Yoko)” wird dieses Ereignis durch phantasievolle Überlagerungen unzähliger Linien abgebildet und verdichtet.

Die Künstlerin Bettina Munk rief 2001 die Internetplattform „Lines Fiction“ ins Leben – ein weltweites Netzwerk für Künstler, deren Zeichnungen mit ihren Animationen interagieren. Wie die Symbiose aussehen kann, zeigt sich beispielhaft in einem dunklen Raum, in dem ihre dynamisch generierte Computeranimation “String weiß” sich nach und nach aufbaut und wieder verschwindet, daneben wird die zugehörige Zeichnungsserie “String” gezeigt. Der Zufall regierte bei der Entstehung beider Werkteile: Auf dem Papier hinterließ die Künstlerin kreisförmige Abdrücke, die sie mit einem in Tusche getauchten Stupfpinsel erzeugte; wo sich die Kreise auf dem Blatt befinden sollten, wurde ausgewürfelt. Im Programmiercode der Computeranimation spiegelt sich diese Unvorhersehbarkeit, denn die temporär sichtbaren Kreise und gestrichelten Linien sind Zufallsmodule. Der Fluss der Animation erinnert daran, dass das statische Bild an der Wand ganz anders hätte aussehen können.

Die gezeichnete Linie als rhythmisiertes, in Abschnitte zergliedertes Gebilde ist Ausgangspunkt für die gefalzten Zeichnungen von Carsten Sievers. Diesen Falzungen liegt eine einfache, auf transparentem Papier gezeichnete Wellenlinie zugrunden. Durch den Prozesse des Faltens tritt diese Linie in Variation mit sich selbst. Es entwickelt sich ein Monolog, der zu unerwarteten, im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtigen Bildführungen führen kann.
Diese Arbeiten vergleicht Carsten Sievers mit dem Remis im Schachspiel und schreibt in einem Text an Wynn Kramarsky: "Die Arbeit, ähnlich des Schachspielens gegen sich selbst, beendet sich im Remis. Remis aller beteiligten Elemente. Eine einfache ruhige Situation, in der keine weitere Bewegung möglich ist, allerdings angereichert, mit jener Energie und Spannung, die ihre Entstehung erst ermöglichte."



Jorn Ebner, geb. 1966, Bremerhaven, lebt und arbeitet in Berlin.

1995-98 BA (Hons) Fine Art, Central St Martins College of Art, London. 1990-95 Magister in Englischer Literatur, Universität Hamburg. 2000 Individual Artist Grant, London Arts Board. 2001 Kunstpreis des Medienforums München für "Lee Marvin Toolbox". 2002-2005 AHRB Forschungsstipendium, Kunsthochschule University of Newcastle upon Tyne. 2015 Anerkennungspreis der Stadt Wittenburg, Internationaler Lucas-Cranach-Preis. 2016 RuhrResidency, Kunstvereine Ruhr / Künstlerhaus Dortmund.
Ausstellungen Auswahl: 2016 nekton II, Laura Mars Gallery, Berlin (G); 2015 Across the wounded universe, Vane, Newcastle upon Tyne (S); Autopoiesis, Kunsthaus am Kleistpark (G); Salon Zürcher, Zürcher Gallery, New York, USA (G); 2014 Digital Analogy: Pioneers of New Media, Museo de Arte Contemporáneo Bogotá, Kolumbien (G); Navigator, Onlineprojekt, Lines Fiction, Deutschland; Death Dwarf in Paradise, Vane, Newcastle upon Tyne (S); 2012 Mobiles Aktionsfeld, Marzahner Promenade, Berlin; (Landschaften) Digitarialien, Mastul, Berlin (S); 2011 (The Beatles) in Hamburg, Kunst im öffentlichen Raum, Hamburg (S); 2010 Impending Unrest’, online project, Radar Residency (Preston City Library), Folly, Lancaster (S); Uncertainty underneath immense skies, Vane, Newcastle upon Tyne (S); 2009 Spotlight (sans femme et sans aviteur), www.turbulence.org (S)

Bettina Munk, geb. 1960, München, aufgewachsen in Heidelberg, lebt und arbeitet in Berlin.
1980 - 1986 Studium an der UdK Berlin. 1985/86 Studium an der Slade School of Arts, London
1992 - 1999 lebt in New York. 1988 Arbeitsstipendium / Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin. 1990/91 Internationales Atelierprogramm / Künstlerhaus Bethanien, Berlin. 1992/93 P.S.1 Contemporary Art Center - Stipendium New York.1995 Senatsstipendium Berlin. Seit 2011 Onlineprojekt Lines Fiction (linesfiction.de)
Ausstellungen Auswahl: 2016 Zeichnungsräume, Hamburger Kunsthalle (G); move the line, Horst Janssen Museum Oldenburg (G); 2014 feedback, Galerie Weißer Elefant, Berlin (S); Eine Linie ist eine Linie, Galerie Pankow, Berlin (G); TIME BEING TIME, Museum of Contemporary Art, Banja Luka Bosnia and Herzegovina (G); 2012 im Orbital, Galerie Frühsorge Contemporary Drawings, Berlin (S); Lines Fiction offline Geschichten zeichnen, Folkwang Museum, Essen (G); 2011 Lines Fiction, Galerie Frühsorge Contemporary Drawings, Berlin (G); 2010 in der Schwebe, Zeichnung und Animation, Galerie Elly Brose-Eiermann, Dresden (S); 2009 Paperfile, oqbo, Berlin (G); 2005 wysiwyg Computeranimation, Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf (S); 1996 The Missing Link, Klaus Fischer Galerie, Berlin (G); 1994 Cover Up, Goethe Institut New York / USA (S); Fragen, Kunst-Werke, Berlin (S)

Carsten Sievers, geb. 1969 in Frankfurt/Main, lebt und arbeitet in Berlin.
1989-1998 Hochschule der Künste, Berlin.
Ausstellungen Auswahl: 2017 Galerie Eigen+Art, Berlin (S); drawing performance, Galerie Inga Kondeyne, Berlin (G); 2016 nekton II, Laura Mars Gallery, Berlin; Drawing as Performance, Concordia University Gallery, Lincoln, Nebraska(G); Ein Garten in Dahlem, Kunsthaus Dahlem, (G); 2015 offen, Galerie Eigen+Art, Berlin (G); Accrochage Galerie Eigen+Art, Leipzig, (G); Ein Haus in Dahlem, Eigen+Art Lab, Berlin (G); Zeichnung, Galerie Inga Kondeyne, Berlin (S); 2014 Hello Goodbye, Laura Mars Grp., Berlin (G); Entgrenzung-Positionen zur Zeichnung, Schloss Plüschow (G); Aus der Reihe, Galerie Eigen+Art, Leipzig (G); und, Wilhelm-Hack-Museum/Scharpf-Galerie, Ludwigshafen (S); 2013 on paper, Galerie Eigen+Art, Berlin (G); 2012 UND, Laura Mars Grp., Berlin (S); 2011 2001-2011, Laura Mars Grp., Berlin, (G); 2010 Situation 47, Artschwager, Borofsky, Monk, Sievers, Turk,  Bleibtreu Galerie, Berlin, (G); lessness 2 // schwund, oqbo, Berlin (S); 2005 Playground, Artplay, Moscow (G); 2005  SKULPTUR, Galerie Eigen+Art, Leipzig (G); 2003 quiproquo, AedesEast, Berlin (S); 2002 One Surface No Doubt, galerie paula böttcher, Berlin (S);  2001 Open Systems New Drawings, gallery T19, Vienna (G); 2000, Satellit, Z2000, Akademie der Künste, Berlin (G); 2000 Mysliwska, Bethanien, Berlin (G); 1999 trustINformation©, galerie paula böttcher, Berlin (S)